Zur Unterstützung der Vereinten Nationen

Übersetzung «In Support of the United Nations»
aus: The Book of Resolution of the United Methodist Church 1996, Nashville, Tennessee 1996, S. 681 –683
Übersetzer: Thomas Bolleter (tebol@gmx.ch)

Die Evangelisch-methodistische Kirche bestätigt ihre historisch verankerte Unterstützung der Vereinten Nationen (UNO). Wir sind erfreut, dass sich die Organisation der Vereinten Nationen seit 1945 mit Erfolg für internationalen Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. In dieser Zeit hat die UNO viel geleistet. Sie:

  • hat Mechanismen zur friedlichen Beilegung von Konflikten geschaffen.

  • hat friedenserhaltende Truppen in Krisengebieten eingesetzt.

  • schaffte Prinzipien der Friedensförderung.

  • hat Menschen, die meist wenig beachtet werden, unterstützt durch ihre Organisationen: u.a. durch United Nations Educational, Scientific, and Cultural Organization (UNESCO); United Nations Development Program (UNDP); United Nations Children’s Fund (UNICEF); World Health Organization (WHO).

  • stellt ein Forum zur Verfügung zur Diskussion schwieriger Themen wie Rassismus, Bevölkerungsentwicklung und Entkolonialisierung.

  • fördert weltweit gerechte, soziale und ökonomische Systeme.

  • setzt für alle Menschen, besonders für Frauen und Kinder, international akzeptierte Menschenrechte durch.

  • förderte grundlegend internationale Verträge über Ozon, Klimaveränderung, Bio-Diversität und zur Erhaltung der Meere.

  • organisierte Treffen von Staatschefs zu Themen über Kinder, Umwelt und soziale Entwicklung.

  • brachte Länder dazu, koordiniert gegen Pocken, Kinderlähmung, Kindersterblichkeit, schlechte Ernährung und HIV/AIDS vorzugehen.

  • stellte Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO engl. NGO) Möglichkeiten der Koordination und Kommunikation zur Verfügung.

Die internationalen Beziehungen treten in eine neue Ära ein. Regierungen wenden sich an die UNO, weil sie sich bewusst werden, dass sie viele Probleme multilateral mittels Konsultation und Kompromissfindung angehen müssen. Länder, die gemeinsam vorgehen, können erstmals in der Geschichte internationalem Recht Geltung verschaffen. Wir sind ermutigt, dass viele Länder einen vorher nicht beobachteten Willen zur Zusammenarbeit für den Frieden an den Tag legen.

Wir sind nicht davon überzeugt, dass die Wende hin zur Zusammenarbeit von Regierungen verschiedener Staaten unausweichlich ist. Noch immer verüben Länder einseitig Gewaltakte. Konflikte reißen nicht ab. Zwar hat die Aufrüstung abgenommen, aber sie konnte nicht gestoppt werden. Noch immer brechen regionale Konflikte und ethnisch bedingte Kriege aus. Dem Sicherheitsrat fehlen die Mittel, um die vorhandene Übereinkunft zu gemeinsamem Handeln (charter for collective action) umzusetzen. Vor allem sollten diejenigen Satzungen umgesetzt werden, welche die Organisation vor zu großer Abhängigkeit vom Militär eines oder verschiedener sehr mächtiger Länder schützen.

Die Bemühungen um Frieden werden unterlaufen, wenn von Medien verbreitete Unwahrheiten über Zweck und Möglichkeiten der Vereinten Nationen weiter verbreitet und geglaubt werden.

Wir ermutigen die Regierungen der Welt Nein zu sagen zu nationalistischem Eigensinn, Ja zu sagen zu den Idealen und Visionen der UNO-Charta und diese Charta als Anleitung zu einem neuen Geist internationaler Kooperation zu betrachten.

Daher...

  1. empfehlen wir den Kirchen, die Vereinten Nationen weiter zu beobachten, damit Christen vereint für Frieden und Gerechtigkeit auf der ganzen Welt arbeiten können.

  2. Wir bestätigen erneut die Entscheidungen der Generalkonferenz seit 1994, die ein «internationales Büro für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit für Frieden» einrichten soll. Ausgehend von diesen Entscheidungen errichtete die Evangelisch-methodistische Kirche ein Büro bei den Vereinten Nationen und – 1963 – das Kirchenzentrum der Vereinten Nationen.

  3. Wir bestätigen und unterstützen das EMK-Büro bei den Vereinten Nationen als Förderer und Teilnehmer im NGO-Netzwerk.

  4. Weiter halten wir es für wichtig, das Inkrafttreten der UN-Charta am 24. Oktober 1945 jährlich in den Gottesdiensten zu erinnern.

  5. Wir rufen die Methodisten auf, ihre Regierungen zu ermutigen, die UNO zu stärken, indem sie allen vertraglichen und finanziellen Verpflichtungen Folge leisten, damit die UNO effektiver das Leid von Millionen durch Verbesserung der Gesundheitsversorgung lindern, die Umwelt unseres Planeten schützen, die Menschenrechte fördern und wahren, sowie bleibenden Frieden in diese Welt bringen kann.

Angenommen 1992
Überarbeitet und erneut angenommen 1996

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