Arbeitshilfe zu den Parlamentswahlen in der Schweiz

Der vorliegende Text zu den Parlamentswahlen in der Schweiz entstand 1999 und wurde von der Jährlichen Konferenz (Synode) der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich offiziell angenommen als Entscheidungshilfe bei den Parlamentswahlen.


Entscheidungshilfe zu den Parlamentswahlen

Bemüht euch um das Wohl des Landes, in das ich euch geführt habe und betet dafür zu Gott. (Jer. 29,7)

Liebe Mitglieder und Freunde in der EMK in der Schweiz

Bald wird in unserem Land das Parlament neu gewählt. Viele Leute fragen sich, ob es überhaupt einen Sinn habe, an diesen Wahlen teilzunehmen. Die Empfehlung, die bereits Jeremia an seine Landsleute gesandt hat, erinnert uns an die Verantwortung, die wir für unser Land und seine Bewohner haben.

«Das Bekenntnis zu Gottes mächtigem Handeln in der Geschichte und der Auftrag, die gute Nachricht für den ganzen Menschen und die ganze Welt weiterzusagen und Gestalt werden zu lassen, sind ein kräftiger Anspruch gegen die heute weit verbreitete Resignation und Verdrossenheit den Anliegen des Staates gegenüber.» (Bischof W.Klaiber)

Verantwortung übernehmen im Blick auf die Wahlen heisst deshalb:

punkt.gif (889 Byte)

an den Wahlen teilzunehmen und andere zu ermuntern, es ebenfalls zu tun

punkt.gif (889 Byte)

sich vorher sorgfältig zu informieren, damit bewusst gewählt werden kann

punkt.gif (889 Byte)

sich bewusst machen, dass mit dem Wahlzettel die eigene Verantwortung nicht abgegeben wurde, sondern dass Einmischung immer wieder gefragt ist.

Vor allem bei der Wahl in den Nationalrat werden eher Parteien als Personen gewählt. Darum ist zu bedenken, dass die Parteien in ihren Programmen und ihrer Politik sich nach den Anliegen ihrer Wählerinnen und Wähler richten müssen. Wo und wie wir unsere Meinung äussern hat deshalb Einfluss auf den Prozess der weiteren Meinungsbildung.

Glieder unserer Kirche engagieren sich in unterschiedlichen Parteien. Sie suchen das Wohl des Landes auf unterschiedlichen Wegen. Wir unterstützen ihr Engagement und sind dankbar, dass alle Brüder und Schwestern in Jesus Christus sind.

Eine Grenze allerdings sehen wir: Wo gegen Schwache abschätzig geredet und damit der Gewalt Vorschub geleistet wird, müssen Christen energisch widerstehen. In diesem Fall ist Toleranz nicht möglich.

Fragen, die zur Vertiefung der Information helfen und zum Gespräch in Hauskreisen, Frauen- oder Männergruppen und unter Jugendlichen anregen können:

1. Zu den Parteien

punkt.gif (889 Byte)

Werden Probleme ehrlich benannt?

punkt.gif (889 Byte)

Werden hohle Versprechungen gemacht?

punkt.gif (889 Byte)

Wie wurde mit Versprechungen aus früheren Wahlen umgegangen?

punkt.gif (889 Byte)

Wird von anderen Parteien mit Respekt gesprochen oder werden die anderen einfach «schlecht» gemacht?

punkt.gif (889 Byte)

Inwieweit sind Argumente sachbezogen oder geht es nur um das Recht haben wollen?

punkt.gif (889 Byte)

Wie steht es mit dem Mut zu unpopulären Massnahmen?

-
2. Einzelne Sachbereiche?

Wir weisen gerne auf die sozialen Grundsätze unserer Kirche hin. Sie sind eine Handreichung, einzelne Anliegen zu erkennen und darauf einzugehen.

2.1. Die natürliche Welt

punkt.gif (889 Byte)

Wie wird mit der Spannung zwischen Schutz der Umwelt und wirtschaftliche Rentabilitätssteigerung umgegangen?

punkt.gif (889 Byte)

Wie wird die Frage von genmanipulierten Pflanzen und Tieren beurteilt? Kommt Respekt vor der Schöpfung darin zum Ausdruck?

-
2.2. Die menschliche Lebensgemeinschaft

punkt.gif (889 Byte)

Welche Massnahmen zur Stärkung und zum Schutz der Familie werden vorgeschlagen?

punkt.gif (889 Byte)

Wie werden die Anliegen von Alleinerziehenden aufgenommen?

-
2.3. Die soziale Gemeinschaft

punkt.gif (889 Byte)

Wird den Kindern genügend Raum gegeben, um Kinder zu sein, oder werden sie einfach für die Zukunft getrimmt?

punkt.gif (889 Byte)

Wie sprechen Kandidaten und Parteien von Minderheiten?

punkt.gif (889 Byte)

Werden die Ausländer als Teil unserer Gesellschaft respektiert und ihnen ein entsprechender Platz eingeräumt?

punkt.gif (889 Byte)

Wie wird die Spannung zwischen den Problemen der Städte und den Anliegen der ländlichen Gebiete behandelt?

punkt.gif (889 Byte)

Welche Massnahmen und Ideen werden im Blick auf die Solidarität zwischen den Generationen entwickelt?

-
2.4. Die wirtschaftliche Gemeinschaft

punkt.gif (889 Byte)

Werden konkrete Massnahmen zugunsten Arbeitsloser vorgesehen?

punkt.gif (889 Byte)

Was kann gegen die Verarmung immer grösserer Kreise unternommen werden?

punkt.gif (889 Byte)

Was wird unter Steuergerechtigkeit verstanden?

punkt.gif (889 Byte)

Welche Grenzen gegen die zunehmende Monopolbildung und Machtkonzentration werden als notwendig erachtet?

punkt.gif (889 Byte)

Wie soll das Verhältnis zwischen freiem Markt und sozialer Gemeinschaft gestaltet werden?

-
2.5. Die staatliche Gemeinschaft

punkt.gif (889 Byte)

Wird nach einem guten Miteinander der verschiedenen Sprachen und Regionen gesucht?

punkt.gif (889 Byte)

Wie kann eine grössere Steuergerechtigkeit erzielt werden?

punkt.gif (889 Byte)

Welche Bedeutung wird dem «Service publique» eingeräumt? Muss alles den Fragen der Rentabilität unterworfen werden? Gibt es Dienste, die geleistet werden müssen, damit die Gemeinschaft lebenswert für alle bleibt, die aber nicht rentabel sein können? Wie können solche Dienste finanziert werden?

-
2.6. Die Schweiz in der Welt

punkt.gif (889 Byte)

Welche Werte sind den Parteien und Kandidaten wichtig für die Gestaltung der Beziehungen zu den anderen Staaten und zu internationalen Organisationen?

punkt.gif (889 Byte)

Wieweit sind die Kandidaten bereit, von den weltweiten Beziehungen der Schweiz nicht nur Profit zu ziehen für unser Land sondern auch in Solidarität an Problemen mitzutragen?

punkt.gif (889 Byte)

Ist eine Bereitschaft vorhanden, den ärmsten Ländern der 3. Welt einen Schuldenerlass zu gewähren, um in diesen Ländern die Möglichkeiten der Entwicklung zu verbessern?

Die Fragen und Hinweise dieses Blattes wollen zum Gespräch anregen. Dabei können unterschiedliche Standpunkte deutlich hervortreten. Das kann helfen, die eigene Entscheidung klarer zu finden. Bei aller Unterschiedlichkeit der Meinungen ist der Respekt voreinander und die Bereitschaft zum Hören aufeinander ein wichtiger Ausdruck der Verbundenheit mit Christus.

© Copyright by Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich – Ausschuss Kirche und Gesellschaft (KA24)

Weitere Hinweise


Ausdruckversion

Dieser Text als PDF-Datei (108 KB) oder als Winword2000-Datei (32 KB)


Parlamentswahlen 2003

Die Version der Parlamentswahlen von 2003

 

Copyright © 2003 by Jörg Niederer