Zum Bankgeheimnis hat sich der Ausschuss Kirche und Gesellschaft in seinem Bericht an die Jährlichen Konferenz 2005 wie folgt geäussert:

Bankgeheimnis und Steuerhinterziehung

Auf Antrag von Martin Roth an der JK 2004 haben wir uns mit dem Bankgeheimnis beschäftigt. An einem Hearing mit Stefan Hafner konnten wir feststellen, dass das Schweizer Bankgeheimnis viel besser als sein Ruf ist. Kaum ein Land hat mehr getan wie die Schweiz, um die Finanzströme aus dem Ausland zu reglementieren. So titelte unlängst die Sonntagszeitung: "Das Bankgeheimnis wird überflüssig – Statt Schwarzgeld gelangt vermehrt weisses Geld in die Schweiz – Privatbanken leiden".

Dagegen ergibt sich beim Steuerrecht die Situation, dass durch die Schweizerische Rechtssprechung doch beachtliche Gelder aus dem Ausland dem dortigen Fiskus entgehen. Die unterschiedliche Rechtssprechung ermöglicht die Steuerhinterziehung durch ausländischen Kunden, die ihr Geld in die Schweiz transferieren und in ihrem Heimatland nicht angeben. Mit diesen Geldern verbunden sind in der Schweiz so um die 5'000 bis 10'000 Arbeitsplätze, die bei einer angepassten Rechtssprechung wegfallen könnten.

Das "Bilaterale II" sieht neu vor, dass Teile der Gewinne aus solchen "steuerhinterzogenen" Geldern wieder an die Herkunftsländer der ausländischen Kunden zurückfliessen, ohne dass die Identität der entsprechenden Kunden offen gelegt wird. Besser als diese Lösung wäre sicher eine dem EU-Recht angepasste Gesetzesrevision, welche die Steuerhinterziehung aus dem Ausland dank Rechtshilfe weitgehend unterbinden würde. Arbeitsplatzerhalt um jeden Preis halten wir dagegen für keine christlich vertretbare Lösung. Das Thema "Interessenkonflikt: Arbeitsplatzerhalt und ethisches Handeln in der Wirtschaft" wollen wir bei Gelegenheit noch ausführlicher aufnehmen.

Weitere Hinweise


Ausdruckversion

Der Bericht an die Jährliche Konferenz 2005 als PDF-Datei (113 KB) oder als Winword-Datei (35 KB)


Weitere Texte zum Bankgeheimnis

Eine Stellungnahme des VBG-Instituts zum Schweizer Bankgeheimnis.
Autor: Hanspeter Schmutzer
Format PDF-Datei (286 KB)

 

 

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