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Anhang
III: Resolution "Dem Leben dienen"
Zur Revision des Strafgesetzbuches betreffend Schwangerschaftsabbruch
(Verfasser: Martin Roth;
Von der Jährlichen Konferenz angenommen am Samstag, 13. Juni 1998 in Belp; 5
Gegenstimmen, einige Enthaltungen)
Die Jährliche Konferenz der
Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz hat sich an ihrer Tagung in Bern mit dem
Thema Schwangerschaftsabbruch befasst. In Übereinstimmung mit früheren Entscheidungen
innerhalb der Kirche betonen wir, dass wir dem Leben dienen wollen. So wollen wir mit
allen Kräften Abtreibungen verhindern.
Wir sehen aber auch, dass durch ungewollte Schwangerschaften immer wieder
Konfliktsituationen entstehen, durch die das Leben und Wohlergehen einer werdenden Mutter
schweren Schaden nehmen kann.
Gerade weil Konflikte entstehen
können, benötigen alle Betroffenen gute, begleitende Beratung. Dabei kann die
Überzeugung wachsen, das werdende Kind anzunehmen. Die Entscheidung über Weiterführung
der Schwangerschaft oder deren Abbruch sollte aber letztlich bei der betroffenen Frau
liegen.
Wenn mit der Revision des Strafrechts eine Fristenlösung eingeführt wird, erachten wir
es als unabdingbar, dass sich vor jedem Abbruch alle betroffenen Personen durch eine
anerkannte Fachstelle beraten lassen. Die Beratungsstelle übt dabei auch die Funktion
eines Anwalts für das werdende Kind aus.
Zusätzlich erachten wir es als unbedingt notwendig, dass die gesetzlichen Grundlagen
ergänzt werden durch:
Bestimmungen zur Prävention
Bestimmungen für die Beratung und
Begleitung
Flankierende Massnahmen
Mutterschaftsversicherung
Kinderfreundliche Bestimmungen im
Wohnungsbau
Arbeitsrechtliche und
arbeitszeitmässige Massnahmen, damit Elternschaft und Arbeit vereinbar sind
(Kindertagesstätten, Tagesschulen, Kinderbetreuung in Betrieben etc.)
Besser ausgebauter
Sozialversicherungsschutz (Krankenversicherung)
Massnahmen zur Familienförderung
(Kinderzulagen etc.)
Erleichterungen im Adoptionsrecht
Wir bitten die eidgenössischen Räte, bei der
bevorstehenden Beratung der parlamentarischen Initiative von Frau Nationalrätin Haering
Binder, diese Anliegen aufzunehmen.
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